Aus unserer Geschichte



Der Gründer unserer Gartenanlage
Prof.Dr.med. Emil Abderhalden

1911 - 1945 Professor
am Physiologischen Institut der
Universität Halle - Wittenberg


Chronik des Kleingartenvereins „Galgenberg I“ e.V.

Zahlen

Februar 1915    
Gründung des „Bundes zur Erhaltung und Mehrung der   deutschen Volkskraft“ e.V. zu Halle an der Saale.
Vorsitzender: Prof. Dr. med. Emil Abderhalden
Zweck des Vereins: Förderung aller Maßnahme, welche die Gesundheit der jetzigen Generation und der Kommenden bessern können. (§ 1 der Bundessatzung) 

Februar 1917
Der Bund pachtet von der Bartholomäusgemeinde zu Halle-Giebichenstein 12,5 ha Brachland am Galgenberg. In über 400 Kleinackerparzellen aufgeteilt, wird es kostenlos an bedürftige Arbeiterfamilien vergeben.

Oktober 1924
Abderhalden gründet nach dem Vorbild schon bestehender Schrebervereine durch Umwandlung des Kleinackerlandes das „Bundeskleingartenland am Galgenberg“ 

April 1927
Die erste „Gartenordnung für Kleingartenanlagen des "Bundes zur
Wahrung und Mehrung der deutschen Volkskraft“ wird von Abderhalden herausgegeben.

Dezember 1927
Der Bund pachtet von der Bartholomäusgemeinde weitere 2,9 ha Brachland am
Galgenberg als Kleingartenland.

November 1931
Abderhalden teilt das „Bundeskleingartenland am Galgenberg“ als Ergebnis
vorhandener Bestrebungen in „Galgenberg I“ und „Galgenberg I“.

1949
Die Mitgliederversammlung der Kleingärtner fasst den einstimmigen Beschluss,
den „Bund zur Wahrung und Mehrung der deutschen Volkskraft“
in „Kleingartengemeinschaft Abderhalden“ umzubenennen.

1954
Die „Kleingartengemeinschaft Abderhalten“ wird aufgelöst.
Aus dem „Bundeskleingartenland Galgenberg I“ wird die Kleingartenanlage
„Emil Abderhalden/Galgenberg I“.

1958
Enthüllung des Gedenksteines zur Erinnerung an den Gründer unserer Kleingartenanlage.

1967
Die Kleingartenanlage „Emil Abderhalden/Galgenberg I“ wird in „Kleingartensparte Galgenberg I“ umbenannt.

Juli 1990
Als Folge der Wiedervereinigung wird aus der „Kleingartensparte GalgenbergI“ der selbständige „Kleingartenverein Galgenberg I“ e.V.
mit eigener Satzung und Gartenordnung.

Fakten

Abderhalden war der „Vater“

 


Am 24.06.2012 jährt sich zum 88. Mal der Tag,
an dem unser Kleingartenverein „Galgenberg I „ e.V. gegründet wurde.
Mit 503 Parzellen ist er die drittgrößte Kleingartenanlage in der Saalestadt.

Ein Blick in die Chronik des Vereins verrät, dass die Geschichte des Vereins schon viel älter
als 88 Jahre ist.
1915 gründete Prof. Dr. Emil Abderhalden, der von 1911 bis 1945 Direktor am physiologischen Institut der Universität Halle-Wittenberg war, den „Bund zur Erhaltung und Mehrung der deutschen Volkskraft“ e.V. in Halle an der Saale. Er wollte sozial Schwachen helfen und bat den Magistrat von Halle, die Kirchen und Privatpersonen, ihm Land zum Zwecke der Aufteilung in Kleingartenparzellen zu überlassen.
Trotz einiger Rückschläge gelang es ihm, etwa 800 Morgen Brachland zu pachten und in etwa 300 Quadratmeter große Kleinackerparzellen aufzuteilen. Bei einem jährlichen Pachtzins von einer Reichsmark konnten somit 5000 bedürftige Familien Kartoffeln, Rüben, Kohl und vieles mehr für ihre eigene Ernährung anbauen.

 Auf dem Weg zur Kleingartenanlage

Im Jahre 1919 musste Abderhalden erkennen, dass der Acker jedoch immer  weniger  mit wichtigen Nahrungsmittel bestellt wurde und empfahl, die Kleingartenparzellen in Bundeskleingartenparzellen umzuwandeln.
Dabei entstand im Juni 1924 auch die „Bundeskleingartenanlage am Galgenberge“. Die Umwandlung von der notwendigen Ernährungssituation zur sinnvollen kleingärtnerischen Beschäftigung war vollzogen.
Im Laufe der Zeit entwickelte sich die Kleingartenanlage „Galgenberg I“, wie sie heute heißt, zu einer modernen Anlage. Sie verfügt über ein großzügig gestaltetes Vereinshaus, das Anfang der sechziger Jahre des vorigen Jahrhunderts erbaut wurde., Geld und Material waren knapp, jedoch machte die Not erfinderisch. Ein in der Nähe stehender nutzloser Bunker wurde in vielen freiwilligen Einsätzen nach Einholen  der Genehmigungen abgerissen und das Material mühevoll in die Anlage geschleppt und das immer bergauf.
Hier entstand in harter Arbeit ein Vereinsheim, das sich sehen lassen kann.
Die Keller und Fundamente mussten in den Fels getrieben werden und das alles ohne Bezahlung.
Der große Saal wurde in diesem Jahr komplett renoviert und sogar ein neuer Fußbodenbelag eingebracht.

Der Spielplatz vor dem Vereinshaus wurde in den achtziger Jahren grundlegend verändert.
Es entstand ein Areal mit Sandkiste und Spielgeräten, ein  Freisitzplatz vor dem Vereinshaus, aufgelockert mit Beeten und Büschen sowie mit Bänken zum Verweilen. Das Wasserleitungsnetz,
das 1930 gelegt wurde, wird derzeit erneuert. Auch die Freileitungen für Elektroversorgung wurden gekappt und unterirdisch verlegt. Der Haupteingangsbereich wurde grundlegend
umgestaltet und für Schwerbeschädigte Parkmöglichkeiten für 13 Autos in unmittelbarer Nähe
der Eingänge eingerichtet.